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Ein paar Gedanken zum Hundesport...

 

Als wir damals zum VDP Segeberg kamen war schnell klar, nicht nur die Welpengruppe sollte es sein sondern auch danach die weiterführende Ausbildung denn ich hatte natürlich gemerkt wie gut Othello die Ausbildung und Beschäftigung tat! Und mir machte es auch Spaß!! Aber Prüfungen??? Turniere??? Niemals! Kein Wettkampf mit einem Tier, wer seinen Ehrgeiz befriedigen will soll es doch bitte ganz allein aus eigener Kraft schaffen und nicht sein Tier dafür missbrauchen! Das war damals meine feste Überzeugung...

 

Wir waren noch gar nicht so lange auf dem Platz und ich glaube noch nicht mal Mitglied (das ging erst nach einer gewissen Zeit) als ein Hunderennen stattfinden sollte (der eigene Hund wurde festgehalten, man selber lief vor und irgendwann wurde der Hund los gelassen, die Strecke betrug keine 100m, also wirklich harmlos und einfach nur Spaß) und wir wurden auch gefragt ob wir mitmachen wollten! Natürlich nicht! Siehe oben! Naja, ich glaube wir machten dann doch mit... Aber als es um ein zweites Rennen ging bei dem man eine Mettwurst gewinnen konnte sagte ich "nein danke" denn was sollten wir als Vegetarier mit einer Mettwurst?! Der erstaunte Blick des 1. Vorsitzenden machte mir erst klar wie arrogant meine Antwort doch war...:-)) Und sie hatte auch wirklich nichts mehr mit meinen bisherigen Bedenken zu tun...!

 

Hunderennen hatten wir also mitgemacht und wir machten auch ganz brav den Hundehalterkurs aber die Prüfung am Schluss? Wozu? Der Hund braucht es nicht und ich weiß auch so was wir können und was nicht... Ich weiß gar nicht mehr wie es kam aber wir machten die Prüfung dann doch...

 

Und ich weiß auch nicht mehr wann sich meine Einstellung änderte aber irgendwann wurde mir bewusst dass ich vielleicht mehr bewegen kann wenn ich mich mit in die Mühle begebe als wenn ich mich davor verschließe... Ich glaube heute gehöre ich mit zu den fleißigsten Turniergängern! Und bin seit ein paar Jahren auch Ausbilderin im Agility und Obedience. Zur Zeit nicht mehr so sehr aktiv was die Ausbildung angeht weil es sich momentan einfach mit meinem restlichen Leben nicht vereinbaren lässt.

 

Ich bin der festen Überzeugung dass ein Hund niemals bewusst etwas falsch macht sondern er bei einem Fehler entweder nicht verstanden hat was er soll oder ihm die richtige Motivation fehlt... Für beides kann er nichts und es gibt keinen Grund ihn zu bestrafen, zu frustrieren oder auch nur zu verunsichern... Als logische Konsequenz arbeite ich mit meinen Hunden positiv und in kleinen Schritten (weitestgehend, es sein denn mich packt doch mal der Übermut...:-)). Das habe ich auch immer in meiner Tätigkeit als Ausbilderin versucht weiter zu geben.

 

Positives Arbeiten hat für mich nichts damit zu tun dass der Hund nicht auch lernen muss wo seine Grenzen sind! Aber ich unterscheide ganz klar zwischen dem Hund im Alltag, wo er Familienmitglied ist und sich an Regeln halten muss, und dem Hund als Teampartner im Sport, wo er für mich niemals Befehlsempfänger sondern immer Partner ist.

 

Da der Hundesport zur Zeit ein großer Teil meines Lebens ist würde ich mich immer wieder für einen Hund entscheiden der hoffen lässt dass er auch Spaß am Sport mit mir hat! Trotzdem wäre er in erster Linie ein Teil meiner Familie... Vielleicht vermittelt diese Website einen anderen Eindruck da die Chroniken doch sehr sportlastig sind... Aber im Sport passiert halt mehr als im Alltag :-))

 

Ich denke dass leider immer noch zu wenig Hunde, nicht nur Border Collies!, regelmäßige Ausbildung und Beschäftigung bekommen und Hundesport ist doch immerhin eine Alternative wenn man den Hund nicht in seiner ursprünglichen Aufgabe beschäftigen kann oder will und der eigene Ehrgeiz ein gesundes Maß, gesund vor allem für den Hund, nicht übersteigt.

Man kann ohne Hund leben es lohnt sich nur nicht (H. Rühmann)

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