
Devon's Dark Amity, * 01.03.2000
Meine kleine Verrückte und mein Mausi :-))
Border Collies lernte ich erst durch den Hundesport kennen, vorher hatte ich wirklich noch nie von ihnen gehört! Ich fand sie toll! Besonders die etwas verrückten :-)) Aber mir war auch klar, so einem Hund würde ich niemals gerecht werden! Aber dann war da dieser 17. Juni 2000, Andreas und ich fuhren zu einem AgilityTurnier bei dem er die Auswertung machen sollte. Ich fuhr mit und saß weinend im Auto denn ich hatte das Turnier natürlich mit Othello gemeldet aber er war ja nicht mehr da...
Im Vereinsheim hing ein Zettel aus: Border Collie Hündin abzugeben, dreieinhalb Monate alt. Es war der erste Hund der mich nach Othellos Tod interessierte! Aber - es war ein Border Collie... Trotzdem, der Gedanke ließ mich nicht los... Ich sprach mit der Züchterin und es passte eigentlich alles, es war eine Hündin, noch relativ jung konnte aber schon einen halben Tag alleine bleiben (Urlaub für einen Welpen hätte ich zu der Zeit nicht nehmen können), ein Hund der versprach auch arbeiten zu wollen aber - es war ein Border Collie... Trotzdem, ich nahm sie! Nachdem die Züchterin sagte wenn ich mit einem Cocker Spaniel klar gekommen bin schaffe ich das auch :-)) Und ich habe es wirklich nicht bereut! Ich hoffe Amity auch nicht...
Ein einfacher Hund war sie aber nicht! Mit ihren dreieinhalb Monaten knurrte sie bereits jeden Hund an der vorbei kam, hervorgerufen durch eine tief sitzende Unsicherheit, und beim Spazierengehen schmiss sie sich bei jedem Auto hin! Ich hatte keine Ahnung was Amity schon erlebt hatte, sie war schon für zwei Wochen vermittelt gewesen kam dann aber zurück zur Züchterin, also irgendwas muss gewesen sein...
Wir hatten also keinen leichten Weg vor uns... Und ich denke in den falschen Händen hätte Amity gut zum Katastrophenhund werden können! Ich hab sicher auch viel falsch gemacht denn ich kam ja nun doch überraschend zum Border Collie und dann gleich zu einem extremen Exemplar! Aber ich denke wir haben es ganz gut geschafft. Mit der gleichen Philosophie wie bei Othello, nichts erzwingen aber am Ball bleiben, Geduld haben und nicht aufgeben.
Geholfen hat uns sicher Amitys hohe Arbeitsmotivation, manchmal etwas zu hoch :-)) Ich hatte mir gewünscht dass sie eine von diesen etwas verrückten ist und den Gefallen hat sie mir getan :-)) Trotzdem war und ist sie zu Hause immer ein ruhiger Hund der nicht permanent fordert sondern weiß wann sie dran ist und wann nicht.
Gewünscht hätte ich mir für sie nur etwas mehr Gelassenheit. Sie hatte nicht diese Lebensfreude die ich von Othello und Sherlock kannte. Wenn es ums Arbeiten ging war sie da, hoch aufmerksam immer auf ein Signal von mir wartend, unerschrocken und im Kopf immer schon einen Schritt voraus! Es machte wirklich Spaß mit ihr zu arbeiten! Aber der Alltag machte ihr Stress. Es wurde zwar im Laufe der Jahre immer besser aber ein wirklich gelassener Hund ist Amity heute auch noch nicht.
Eine ihrer herausragendsten und faszinierendsten Eigenschaften ist für mich ihre Fähigkeit zu abstrahieren! Jede Röhre wird als Tunnel akzeptiert, ein Maulwurfshügel als Stehpylone angenommen, und egal ob die Box im Obedience aus Pylonen, Coladosen oder Kanistern aufgebaut ist, Amity findet sie immer! Aber vielleicht ist das auch der Grund für ihren Stress im Alltag, dass sie in den Dingen mehr sieht als sie sind...
Mittlerweile ist sie sportlich in Rente gegangen. Ich hatte ein paar tolle Jahre mit ihr im Hundesport und habe auch durch sie viel gelernt. Nun hoffe ich auf noch ein paar schöne Jahre mit ihr als aktive Rentnerin...